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• Erich Schwaninger
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Pflug Geographie

Geschichte

Allgemein-historisches über den Pflug

Die Anfänge des Pfluges in Form von Furchenstöcken und den Boden aufschürfenden Haken reichen ins Neolithikum zurück. Auch wenn für Rätien bereits im ersten vorchristlichen Jh. ein tiergezogener Räderpflug bezeugt ist und die alemannische Rechtssammlung des 8. Jh. eine „carruca“ (Räderpflug) erwähnt, dürften einfache Jochhaken vorgeherrscht haben.

Die entscheidende Verbesserung der Pflugtechnik erfolgte während der Wachstumsphase des Hochmittelalters. Im Zuge der Feudalisierung (1100-1300) wurde nicht nur der schwere, schollenwendende Beetpflug mit Streichbrett und Vorwagen verbreitet, auch die Verwendung von Eisen für stark beanspruchte Teile (Schar) setzte sich allgemein durch. Im Gegensatz zum Haken, der die Erde nur aufzureissen vermochte, konnte nun tiefer umgegraben, besser gelockert und gewendet werden. Ein Nachteil des Beetpflugs war das fest montierte Streichbrett, das die Erde stets auf die gleiche Seite legte. Die damit verbundenen Leerfahrten konnten erst mit dem Kehrpflug mit versetzbarer Riester wettgemacht werden, dessen erster Beleg auf Schweizer Boden ins späte 15. Jh. fällt. Als geeignetes Gerät der Hügelzone setzte sich der Kehrpflug in weiten Teilen des Mittellandes durch; im Berggebiet hingegen blieben leichte Haken in Gebrauch.

Im Rahmen des allgemeinen Aufschwungs der Landwirtschaft in der 2. Hälfte des 18. Jh. (Allmendaufteilung, Bebauung der Brache, Düngerwirtschaft) rückte der Landpflug in den Bereich wissenschaftlichen Interesses und zweckmässige Neuerungen wurden prämiert. Seit den 1820er Jahren fanden sog. Pflugproben statt, um in- und ausländische Fabrikate zu vergleichen und auf ihre Eignung zu testen. Jahrzehntelang zog sich ein teilweise erbitterter Meinungsstreit zwischen Anhängern der neu aufgekommenen, leistungsfähigeren Beetpflüge Englands, Belgiens, Frankreichs und Deutschlands und Befürwortern der einheimischen Kehrpflüge hin. Die Frage war erst entschieden, als in den 1880er Jahren - unter massgeblicher Mitwirkung bernischer Pflugschmiede - der ganzeiserne Selbsthalter- oder Zwillings-Brabantpflug auf den Markt kam. Er vereinigte die Vorteile von Beet- und Kehrpflug und setzte sich gegenüber allen älteren, noch häufig aus Holz gebauten Systemen längerfristig durch.

Die in der Schweiz bedeutungslosen Dampfpflüge, die nach dem Ersten Weltkrieg aufkommenden Motorpflüge sowie die für Traktoren konstruierten Anbaupflüge bleiben in diesem Merkblatt unberücksichtigt.
 

 
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© Hammerschmiede Guntmadingen + codepro gmbh
History
General historical about the plow

The first ploughs in the form of sticks and hooks to scrape furrows in the earth were found in the Neolithic ages. In spite of the fact that there are documents found in Rätien about a wheeled plough that was pulled by animals, that go back as far as the first century before Christ, and that a “carrucca”, a wheeled plough is mentioned in the alemannic collection of rights from the 8th century, simple “plough hooks” must have mostly been used.

Ploughing techniques were greatly improved during the early phases of the Middle Ages. During Feudalism (1100- 1300) not only the heavy, clod-turning conventional one-way plough with mould board (earthboard) and forecarriage was used, it was also the start of using iron for parts suffering from heavy use ( -> coulter). Instead of simple hooks that could only scratch at the earth, one could now dig deeper and the earth could be loosened and turned. One disadvantage of the one way plough was the unmovable earthboard, which turned the furrows onto one side only. The empty trips involved in this method stopped in the late 15th century, with the invention of a ->reversible plough. In large areas of the hilly region in the “Mittelland” of Switzerland this plough was widely used; in the mountains the use of the simple hooks continued.

During the general rise of agriculture in the second half of the 18th century (distribution of common land, sowing of fallow land, using fertiliser), the scientific interest in the land plough increased and useful reforms were awarded.

Since the 1820’s ploughs from abroad were also tested and compared with home products. For decades bitter fights about difference of opinion were fought between supporters of the new and more efficient BEETPFLÜGE from England, Belgium, France and Germany and supporters of the local KEHRPFLÜGE. This question was answered in the 1880’s when – with strong participation of bernese plough smiths – the GANZEISERNE SELBSTHALTER- ODER ZWILLINGSPFLUG came on the market. This plough combined the advantages of the BEET- and the KEHRPFLUG and asserted itself against the older systems that were often still made of wood.

Steamdriven ploughs (not relevant for Switzerland), motorised ploughs that were invented after the first World War and the ploughs constructed for use with tractors are not mentioned in this brochure.

geschichte
Ja